Dies sind ihre Geschichten...

Seit einer sehr unangenehmen Konfrontation mit der Polizei (hier nachzulesen) erfüllte mich eine unterschwellige Unruhe. Meine idealistischen Vorstellungen von unserem „Freund und Helfer“ waren mit einem Male zerstört worden. So kann der Staat seine Bürger doch nicht behandeln!

Aber noch erschreckender war die Erkenntnis, dass die Justiz, welche uns aus unserer misslichen Lage hätte befreien können, mit der Polizei unter einer Decke steckt – selbstverständlich nicht offiziell! Ein Schuldspruch, eine Desillusionierung, ein Blog.

In der folgenden Zeit stellte ich nämlich fest, dass ich längst nicht die Einzige war, der eine unrechte Behandlung von Seiten der Polizei widerfahren war – im Gegenteil! Die Geschichten häuften sich. Unglaubliche Geschichten von Ungerechtigkeiten einer Staatsgewalt, die für Gerechtigkeit sorgen sollte. Und nichts wird dagegen unternommen, weil sich der Einzelne stets zu schwach fühlt. Er ist froh, wenn er heil aus der Affäre raus ist.

Doch dies soll sich nun ändern – denn er ist nicht alleine! An dieser Stelle sollen all jene Geschichten einen Platz finden, welche meist nicht an die Öffentlichkeit gelangen, aus Resignation oder Angst des Opfers, oder aus politischen Gründen, weshalb die Medien kein Interesse an solchen Geschichten zeigen. Zusammenstösse mit der Polizei, wo unverhältnismässig reagiert wurde. Ungerechte Behandlung. Zu spätes Handeln mit fatalen Folgen. Und andere Geschichten, welche kein Autor je zu erfinden gewagt hätte, aber vom Leben täglich geschrieben werden.

Teilt Euer Erlebnis mit Mitleidenden und Interessierten. Schreibt sie auf und sendet sie mir zu, damit ich sie hier veröffentlichen kann. Der Vorteil: Alles bleibt anonym. Ich verlasse mich auf Eure Ehrlichkeit!

Nun lasse ich Euch lesen – oder vielleicht sogar schreiben!

Eure Anna Nym

Dienstag, 9. september 2008

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Samstag, 16. august 2008

Endlich haben wir es geschafft, meinen Vater davon zu überzeugen, dass es Zeit ist, nach Hause zu gehen. Die frische Luft im Vorgarten der Gastgeber tut gut, denn der Lammrücken liegt schwer im Magen. Ich hole den Wagen und stelle ihn vor das Gartentor. Mein Vater verabschiedet sich überschwänglich und schwankt dann zum Wagen – ja, er hat definitiv zu viel getrunken. Nicolas dirigiert meinen Vater auf die Rückbank und setzt sich schliesslich auf den Beifahrersitz. Wir winken seinen Eltern zum Abschied und fahren los.

Die Fahrt ist ruhig, denn um zwei Uhr morgens ist nicht mehr viel los auf den Strassen. Fröhlich rekapituliert mein Vater den Abend und äussert sein vollkommene Zufriedenheit. Wir fahren über die Brücke – der halbe Weg ist geschafft – und gelangen auf dem dahinterliegenden Platz prompt in eine Verkehrskontrolle. Na, zum Glück habe ich nichts getrunken…

„Guten Abend“, grüsst der Polizeibeamte trocken. „Die Ausweise, bitte.“ Kein Problem. Ich beginne in meiner Tasche zu graben.

„Was wollen die jetzt noch…“ stöhnt mein Vater von der Rückbank. Der Polizeibeamte wird auf ihn aufmerksam.

„Wir hätten gern auch Ihren Ausweis, bitte.“

„Meinen Ausweis? Wofür denn? Ich fahre doch gar nicht.“

„Er ist mein Vater“, erkläre ich beschwichtigend, denn ich weiss, dass mein Vater solche Schikanen nicht leiden kann.

„Wir brauchen trotzdem seinen Ausweis“, erklärt der Polizeibeamte unnachgiebig und stemmt seine Arme in die Hüft, die mit kugelsicherer Weste gesicherte Brust selbstsicher vorgestreckt.

[Wird fortgesetz...]

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